Über wen und was verhandelt wurde. Im Mittelalter wurde hier nur über oder gegen "Freie" sowie Grafen und andere Landesherren verhandelt. Für Abhängige und Leibeigene war das Gogericht zuständig. Aufgabe des Freistuhlgerichts war die Beurkundung von Eigentumswechseln an Grundstücken, von Schenkungen, von Ansprüchen und Pflichten aus einem Hofbesitz. Dies übernimmt heute der amtlich bestellte Notar. 1565 wurde dem Grafen zu Waldeck von drei freien Stühlen aus uralten Zeiten berichtet. Sie hätten zu Paderborn, Rietberg und Lippe gehört und bei den "wendischen Specken" zu Lipperode gestanden. Das war ein Stück Land derer zu Wend in einer sumpfigen Gegend. Zum letzten Mal wurde der "Freye Stuhl" am 4. Mai 1771 von Graf Philipp Ernst zu Lippe-Alverdissen in einer Bittschrift an Kurfürst Max Friedrich von Köln erwähnt. Auf dem Stein schreiben drei eingeschlagene Wappen westfälische Geschichte. Sie zeigen die lippische Rose und einen Adler mit den Buchstaben WAGzR (Wenzel August Graf zu Rietberg). Im dritten Rautenwappen sind der bayrische Löwe, die Buchstaben CABiP (Clemens August Bischof zu Paderborn, er starb 1761) und die Jahreszahl 1757 zu erkennen.